Technische Attraktionen
Eine besondere Art des kulturellen Erbes sind die technischen Denkmäler. Sie sind bedeutende materielle historische Quellen, die die Entwicklung der Technik und Technologie von den ältesten historischen Perioden praktisch bis zur Gegenwart belegen. Im Mácha-Land stehen die meisten technischen Denkmäler mit der Errichtung von Teichsystem in Zusammenhang. Diese Teiche, die hier seit dem 14. Jahrhundert angelegt wurden, sind wiederum mit der Entwicklung des Hopfenanbaus im 19. Jahrhundert verbunden. Erhaltene technische Denkmäler sind heute bei vielen Besuchern beliebt. Einige wegen für ihre Größe mit übernatürlichen Art bewundernswert. Doch alle sind sie ein Werk von Menschenhand, das viel Respekt verdient.
DER PLOUČNICE-DURCHTICH BEI NOVINY POD RALSKEM
Der Durchstich der Ploučnice, auch Höllenkrater oder Donnerloch genannt, ist ehemaliger unterirdischer Mühlgraben. Mit seiner Länge von 150 m und einer Tunnelhöhe von 6 m ist er eine besondere Sehenswürdigkeit. Der wasserreiche kleine Fluss Ploučnice, der hier zwischen etwa 50 m hohen Sandsteinwänden hindurchfließt und dann im rechten Winkel in den 6 m hohen Tunnel eintaucht, strömt durch eine Schlucht. Kurz danach taucht er wieder in einer offenen Senke auf, um dann weiter durch einen langen Tunnel zu fließen. Östlich vom Ort Noviny pod Ralskem befindet sich eine kleine Brücke über den Fluss Ploučnice.
Im 19. Jahrhundert führte der hiesige Müller Besucher mit einer Fackel durch die Schlucht, die von dem technischen Wunder ganz begeistert waren.
Heute ist der Fluss vor allem bei den Wassersportler beliebt, die hier ihren Befahrungen der Ploučnice beginnen. Auch Nicht-Wassersportler können dieses einmaligen Erlebnis genießen. Es geschulten Führer bereit.
DER SCHLUCKEN NOVOZÁMECKÁ
Der Schlucken ist ein 170 m langer, 14 m tiefer, 7 m breiter, s-förmiger in den Sandstein gehauener Kanal, und bildet den Ablauf des Teichs Novozámecký rybník. Er wurde im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. errichtet, der das Teichsystem von Nový Zámek und Doksy anlegen lies. Der Teich wird vom Bach Robečský potok entwässert und fließt weiter durch ein Tal im Naturschutzgebiet Peklo.
MÜNCHENER SCHLUCKEN
Eine weitere mittelalterliche sinnreiche in den Fels gehauene Anlage ist der Münchener Schlucken (Mnichovská průrva). Er befindet sich 1 km südlich von Zahrádky. Der Biberbach (Bobří potok) fließt durch die Schlucht in den Teich Novozámecký rybník.
EISENBAHNBRÜCKE ÜBER DEM TAL PEKLO
Anfang des 19. Jahrhunderts machte Graf Vinzenz Karel Kounic, Gutsbesitzer von Nový Zámek (heutige Zahrádky) die Umgebung des Schlosses Zahrádky zu einer romantischen Anlage, zu der auch das Tal Peklo (Hölle) gehörte. Der Bach Robečský potok wurde auf seiner gesamten Länge befahrbar gemacht. Eine Bootsfahrt gehörte damals zu den beliebtesten Vergnügungen der Adligen.
Während des Dreißigjährigen Krieges, des Preußenkrieges, des Österreichischen Krieges und auch während des Zweiten Weltkrieges diente das Tal den Einwohnern der umliegenden Dörfer als Versteck.
Im Jahre 1881 war das Tal durch den Eisenbahnbau gefährdet. Aber durch den Druck des Gutsbesitzers und der Mitglieder des Exkursionsklubs wurde das Projekt überarbeitet, so dass im Jahre 1898 ein Viadukt das Tal überbrückte, das heute unter Denkmalschutz steht. Die Stahlkonstruktion besteht fünf gewölbten Bögen und ist insgesamt 209 m lang und 24 m hoch.
DIE HOPFENDARREIN DUBÁ
Ein in Europa einzigartiges technisches Baudenkmal von 1889. Hier wurde eine besondere Hopfenart, der sog. Grünspecht von Dauba getrocknet.
Im 19. Jahrhundert wurde in der Gegend von Dubá und Doksy der sog. Grüne Hopfen von Doksy oder Dubá gezüchtet, aus dem man ein ausgezeichnetes Bier braute. Die Qualität dieses Hopfens war auch im Ausland bekannt. Die landwirtschaftliche Entwicklung des Gebietes wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges abrupt gestoppt, so dass auch der Hopfenanbau in der Region von Doksy und Dubá zum Erliegen kam.






