Volksarchitektur

Ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes des Mácha-Lands ist die Volksarchitektur. In fast in jedem Dorf findet man wenigstens ein Holzhaus; in einer ganzen Reihe von Orten befinden sich sogar ganze Komplexe der Volksarchitektur wie z. B. in Vojetín bei Doksy, Žďár, Dobřeň oder Nosálov, die an den einstigen Charakter der Dörfer erinnern.


DORFSCHULZENHAUS VON VÍSKA IN KRAVAŘE
Das ehemalige Haus des Dorfrichters (Schulzen) in Kravaře-Víska mit einer Ausstellung zum ländlichen Wohnen in Nordböhmen gehört zum Heimatkundemuseum Česká Lípa. Das Haus 1797 für den Dorfrichter Wenzel Kern gebaute Haus gehört zu den größten Fachwerkhäusern Böhmens. Es besitzt fünf Kammern im Oberstock. Der dreigeschossige Dachboden war vor zum Trocknen von Hopfen bestimmt. Das Gebäude war in der Nachkriegszeit letztmals dauerhaft bewohnt und wurde später von der hiesigen LPG genutzt. Nach der umfassenden Rekonstruktion wurde hier im Jahre 1986 die Ausstellung zur Entwicklung der Volksarchitektur und Wohnkultur in Nordböhmen eingerichtet.

DIE VOLKSARCHITEKTUR IN DER SEIDLUNG NEDVĚZÍ
Am Fuße des Berges Nedvězí 3,5 km südwestlich von Dubá befindet sich ein gleichnamiger Ort mit Beispielen der Volksarchitektur.

FACHENWERKHÄUSER IN VRCHOVANY
Im Ort Vrchovany befindet sich ein Ensemble von Blockhäusern, die ein Beispiel der hiesigen Volksarchitektur sind.

DENKMALDORF ŽĎÁR BEI DOKSY
Das Denkmaldorf Žďár wurde durch die am Dorfplatz und in den anliegenden Straßen befindlichen Blockhäuser bekannt. Es handelt sich um ein- und zweigeschossige Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Erwähnenswert ist auch die von Dorfplatz steil nach Dolní Žďár fallende steinerne Gasse. In dieser Gasse befinden sich direkt in den Felsen hineingebaute Blockhäuser.

DENKMAL HÄUSER IN DOBŘEŇ
Im Dorf, 7 km von Burg Kokořín entfernt, sind immer noch gut erhaltene Beispiele der volkstümlichen Blockbauweise sowie Häuser mit Elementen des Klassizismus zu finden.

DENKMALDORF STŘEZIVOJICE
Südlich von Dubá liegt der Ort Střezivojice mit einer großen Anzahl von Blockhäusern, Fachwerkhäusern auch gemauerten Häusern. Charakteristische Merkmale sind die architektonischen Elemente Oberlaube und Umgebinde. Viele Häuser besitzen eine exakte Datierung. Der Großteil stammt aus der Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Häuser sind meistens in ihrer originalen Form mit minimalen Beeinträchtigungen erhalten, weshalb der Ort zum Denkmaldorf erklärt wurde.

FACHWERKHÄUSER IN HOLANY
Die Fachwerkhäuser von Holany stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie sind eine hübsche und anschauliche Beispiele der Volksarchitektur dieser Epoche. Außerdem sind hier einige ungewöhnliche technische Lösungen beachtenswert. Es handelt sich zum Beispiel um die Langständer, die die Balken des Dachstuhles stützen und vor das übliche Umgebinde im Erdgeschoss gestellt wurden. Ungewöhnlich sind auch die in Blockbauweise ausgeführten Stallteile der Häuser.

KOKOŘÍNER TAL
Das Naturschutzgebiet Kokoříner Tal befindet sich unweit von Mělník, in der Nähe der Burg Kokořín, deren Silhouette die Landschaft beherrscht. Das Tal von Kokořín ist eines der schönsten Täler Tschechiens. In das Tal münden zahlreiche Schluchten mit verschieden geformten Sandsteinfelsen und -türmen. Wir finden dort romantische Tümpel mit Wasserlilien. Die mysteriös poetische Schönheit des Tales wird durch die malerischen Blockhäuser verstärkt. Zu den schönsten Orten gehören die Orte Vojtěchov und Hlučov mit den Resten einer teilweise in den Felsen gehauenen Mühle. Das Tal ist ungefähr 14 km lang, beginnt an der Paradies (Ráj) genannten Kreuzung und endet am Bahnhof Lhotka u Mělníka.