Schlösser

SCHLOSS LEMBERK
Zwei Kilometer westlich von Jablonné v Podještědí (dt. Deutsch Gabel) im Dorf Lvová (dt. Lämberg) befindet sich auf einem Felsvorsprung das aus einer Burg im Barockstil umgebaute Schloss Lemberk. Die Burg wurde im 13. Jahrhunderts an der Zittauer Straße von einem Zweig der mächtigen Adelsfamilie Markwartitz angelegt, die seither den Beinamen von Lemberk (Löwenberg) führte. Zum ersten Mal erwähnt wird die Burg 1241 als Besitz von Havel von Lämberg und seiner Ehefrau Zdislava, die durch ihre Heiligsprechung in die europäische Kirchengeschichte einging. Die Burg wurde im 16. Jahrhunderts in ein Renaissance-Schloss und anschließend im 17. Jahrhundert weitgehend im Stil des Barocks umgebaut, der dem Schloss sein heutiges Aussehen gab.

SCHLOSS ZÁKUPY
Das 15 km nordöstlich von Doksy im Ort Zákupy (dt. Reichstadt) gelegene Schloss ist eines der wertvollsten Denkmäler des Barockstils und der bildenden Kunst im Mácha-Land. Geschmückt wird das Schloss von frühbarocken Gartenterrassen mit Verbindungstreppen, Balustraden, Nischen und Skulpturenschmuck, die als Wasserkaskaden angelegt sind. Schloss Zákupy ist sogar mit der Kaiserfamilie verbunden. Kaiser Franz I. erhob die Herrschaft zum Herzogtum und schenkte diese dem Sohn von Napoleon und seinem Enkelsohn Napoleon Franz. Kurios ist, dass Napoleon Franz sein Herzogtum nie erblickte. Weitere wichtige Umbauten der Schlossräume erfolgten, als Kaiser Ferdinand V. der Gutherzige und letzte gekrönte böhmische König sich entschieden, Schloss zu seiner Residenz umzuwandeln. Mit der Geschichte des Kaiserschlosses Zákupy sind auch die Schicksale von Franz Ferdinand d´ Este und von Sophie Chotek verbunden, die in der Schlosskapelle getraut wurden.

SCHLOSS DOKSY
Das ursprünglich eingeschossige Schloss im Renaissancestil erhielt sein heutiges Aussehen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Schloss steht in einem englischen Park neben dem Wirtschaftsgut. Der wertvollste Teil ist der Westflügel mit Voluten an beiden Giebelseiten. Die Schlossräume wurden in den letzten Jahrzehnten restauriert. Heute befindet sich im Schloss eine Berufsschule und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Schlosssaal wird gelegentlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Zugänglich ist der englische Schlosspark vom 19. Jahrhundert mit wertvollen Bäumen und Blumen.

SCHLOSS BĚLÁ POD BEZDĚZEM (Weißwasser)
Das Schloss Bělá pod Bezdězem wurde 1582 - 1615 an der Stelle einer ehemaligen Feste errichtet und Ende des 17. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut. Im 19. Jahrhundert hatte hier die berühmte Höhere Forstschule ihren Sitz, an der auch Dr. Emanuel Purkyně lehrte. Dr. Emanuel Purkyně war der Sohn des berühmten tschechischen Naturwissenschaftlers Jan Evangelista Purkyně. 1941 wurden die Museumssammlungen aus dem nahen Augustinerkloster in das Schloss umgelagert. Heute befindet sich im Schloss ein Museum mit einer ständigen Ausstellung zur Geschichte der Region Bělá pod Bezdězem.