Burgen
BURG HOUSKA
Neusten, auf archäologischen Forschungen basierenden Erkenntnissen zufolge wurde die Burg in den Jahren 1270-1280 von Przemysl Otakar II. auf einem hohen Felsvorsprung angelegt. Während ihres Bestehens erfuhr die ursprünglich uneinnehmbare gotische Burg eine Reihe baulicher Veränderungen. Dank dieser Umbauten sind heute auf Houska fast alle Baustile vertreten. Am treffendsten ist die Burg vielleicht als Renaissance-Burg mit Elementen der Gotik zu charakterisieren. Sehenswert sind die Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert in der Burgkapelle, die einmalig in Mitteleuropa sind. Aufmerksamkeit sollte auch dem gotischen Grünen Salon mit Kreuzgewölbe gewidmet werden. Die Burg wurde während ihrer langen Geschichte erstmals 1999 vollständig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Burg ist von aus Doksy zu Fuß auf dem rot markierten sog. Mácha-Weg (12 km) sowie über die in der Umgebung gut ausgeschilderten Radwanderwege einfach zu erreichen.
Ein besonderes Erlebnis sind die nächtlichen Besichtigungen dieser beeindruckenden Burg. In den Sommermonaten finden auf Burg Houska Konzerte und Jahrmärkte mit begleitendem Kulturprogramm statt.
BURG BEZDĚZ
Die gotische Burg Bezděz (dt. Bösig) ist ein nationales Kulturdenkmal. Sie wurde in den Jahren 1260 - 1278 von Przemysl Otakar II. erbaut.
Als königliche Burg diente sie bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich auf Bezděz ein Benediktinerkloster. Dank der wunderwirkenden Statue der Jungfrau Maria von Montserrat, der sog. Schwarzen Madonna, war Bezděz bis 1785 ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Nach der Auflösung des Klosters durch Kaiser Josef II. im Jahre 1785 verfiel die Burg. Ihre Rettung nahm in den 1840er Jahren Christian von Wallenstein in Angriff. Heute ist die Burg mit ihrer wunderschönen Aussicht vom 30 m hohen Großen Burgturm und ihrer gotischen Kapelle als architektonisches Juwel der mitteleuropäischen Frühgotik eine der wichtigsten Dominanten des Mácha-Lands.Die Burg von Doksy auf dem rot markierten, sog. Mácha-Weg, zu Fuß (7 km), mit dem Zug und Bus zu erreichen. Unterhalb der Burg Bezděz verläuft auch der Radwanderweg Nr. 25 und 3045. Der Aufstieg zur Burg ist nur zu Fuß möglich! Auch trainierte Radwanderer sollten auf dem steilen Berg mit glitschigen Steinen lieber vom Rad absteigen, um keinen Schaden zu erleiden.
In den Sommermonaten findet auf der Burg eine Reihe von Kulturveranstaltungen (Konzerte, Fechter- und Falknervorführungen, Ausstellungen im Burgvogtspalast) und Ende Mai die traditionelle Nachtwanderung zum Bezděz statt.
BURGRUINE JESTŘEBÍ
Die Burgruine Jestřebí (dt. Habichstein) auf einem dominanten Sandsteinfelsen ist ein wichtiges landschaftliches Element. Die Burg wurde in der zweiten Mitte des 13. Jahrhundert angelegt und im 16. Jahrhundert aufgegeben. Vom zugänglichen Teil der Burg aushat man eine herrliche Aussicht in das Mácha-Land mit dem Berg Bezděz im Süden und auf das nationale Naturschutzgebiet Novozámecký rybník als Feuchtgebiet mit europäischer Bedeutung.
KOKOŘÍN
Die Burg wurde im Jahre 1320 von Hynek Berka von Dauba errichtet und war bis der Mitte des 16. Jahrhunderts bewohnt. Danach wurde die Burg aufgegeben und verkam zu einer Ruine. Im 19. Jahrhunderts erregte die Burgruine die Aufmerksamkeit der Romantiker. Die bekanntesten Vertreter waren der Dichter Karel Hynek Mácha sowie die Maler Antonín Mánes und Josef Navrátil. Vor ihrem völligen Verfall wurde die Burg von Václav Špaček, einem in den Adelsstand erhobenen Großhändler, gerettet. Er kaufte die Burg im Jahre 1894 und baute sie unter der fachlichen Aufsicht von Z. Winter und A. Sedláček im Stil der Romantik um.
Die Umgebung von Kokořín machte der Schriftsteller Karel Hynek Mácha mit seinem Werk „Cikáni“ (Zigeuner) landesweit bekannt.
In der Nähe der Burg (ca. 2 km) befinden sich als „Pokličky“ (Topfdeckel) bezeichnete Sandsteinfelsen und die frühere slawische Siedlung Hradsko, wo im Jahre 805 in einer Schlacht die Franken geschlagen wurden.
STARÝ BERNŠTEJN
Die Burgruine Starý Berštejn (dt. Altperstein) bei der Ortschaft Vrchovany bei Duba, die auf einem kegelförmigen Basalthügel liegt, ist eine junge Burg im Mácha-Land. Die Burg wurde im Jahre 1427 von Heinrich Hlawatsch von Dauba nur deswegen gegründet, weil es in seiner Herrschaft bisher keine Burg gab.
Ihrem Zweck diente sie nur knapp einhundert Jahre, weil sich 1547 ihr Besitzer Adam Berka von Dauba entschied, in der Nähe von Dubá (dt. Dauba) eine bequeme Burg, die heutige Burg Nový Berštejn (dt. Neuperstein) zu errichten. Wir empfehlen, sich die Umgebung der Burg vom Reitsattel aus anzusehen. Der Reiterhof befindet sich unmittelbar unterhalb der Burg!
ZAKŠÍN
Die auch als Pustý zámek (Ödes Schloss) bezeichnete Burg gehört zu den sehenswertesten Beispielen befestigter Siedlungen auf Sandsteinfelsen. Sie entstand am Ort einer früheren Burgstätte um 1400 unter der Herrschaft von Wenzel Berka von Dauba.
Um 1450 war die Burg bereits verlassen. Sie stand auf 3 Sandsteinblöcken. Die Spalten dienten als Gräben. Der bekannteste ist der zweite schräg gemeißelte Graben mit Auffahrtsrampe zu einer Fallbrücke. Einige Räume sind in den Felsen gehauen. Die Reste der Burg liegen auf einem schmalen Felskamm in waldiger Umgebung unweit vom Dorf Zakšín u Dubé verborgen.
BURGRUINE CHUDÝ HRÁDEK BEI DOLSKÉ ÚDOLÍ
Die Burgruine Chudý Hrádek (Arme Burg) liegt am Ende des malerischen Roklice-Tals (Dolské údolí) zwischen den Orten Dřevčice und Holany verborgen. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert von den Herren Berka von Dauba gegründet und im 16. Jahrhundert aufgegeben. Bis heute sind nur die Reste des Burgpalais erhalten geblieben. Die Ruine steht auf einer Landzunge zwischen zwei Schluchten und verbindet auch mehrere Felsen. In der Umgebung der Burgruine befindet sich ein Felsenlabyrinth mit einer Reihe von Felsentürmen. Die Felsen sind ein beliebter Ort von Bergsteigern.
RALSKO
Die Burgruine Ralsko (dt. Roll) auf dem gleichnamigen und aus Basalt bestehenden Rollberg (696 m über dem Meer) befindet sich über der Gemeinde Stráž pod Ralskem. Die Gründung der Burg ist nicht zuverlässig bewiesen. Zum ersten Mal wird die Burg in schriftlichen Quellen aus dem Jahre 1399 im Prädikat von Johann von Wartenberg auf Ralsko. Der Großteil der erhaltenen Elemente stammt von der Wende des 15. und 16. Jahrhunderts. Im 1516 wird die Burg als verlassen erwähnt.
Imposant ist auch die Aussicht in die Ferne über den ehemaligen Truppenübungsplatz nach Süden auf die zwei Gipfel des Bezděz, nach Nordosten auf die Kämme der Grenzgebirge (Lausitzer Gebirge, Isergebirge, Riesengebirge) aber auch auf das vom Uranbergbau gezeichnete Gebiet am Fuße des Berges im Norden.
BURGRUINE RONOV
Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Burg Ronov (dt. Ronberg) ist heute eine Burgruine. Seit 1995 ist der frei stehende tertiärere Basaltkegel mit Aussicht auf das Teichsystem der Hohlener Teiche (Holanské rybníky), den Berg Bezděz, das Böhmische Mittelgebirge und die Landschaft um Úštěk ein Naturdenkmal im Landschaftsschutzgebiet Kokořínsko.
FLESENBURG UND EINSIEDELEI SLOUP V ČECHÁCH (Bürgstein)
Die mittelalterliche Felsenburg wurde am Übergang des 13. und 14. Jahrhunderts auf einem frei stehenden Sandsteinblock errichtet, der dieser Burg ihren Namen gab.
Die Burg wurde 1639 von den Schweden zerstört. Die verlassene Burg wurde später von Einsiedlern neu besiedelt. Diese verwischten mit verschiedenen Umbauten die Reste der mittelalterlichen Burg.
WASSERBURG LIPÝ
Ursprünglich eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, von der bis heute nur ein Teil der Burgmauer und zwei Tore im gotischen Stil erhalten geblieben sind. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg im Stil der Renaissance umgebaut und später als Zuckerfabrik genutzt. Die Burg wurde in den 1950er Jahren gesprengt. Übrig geblieben sind die Reste der Erdgeschoss-Gewölbe. In den 1990er Jahren erfolgte die Rekonstruktion der Burgreste.
Gegenwärtig sind die historischen Keller zugänglich. In den Kellerräumen und auf dem Burgvorhof findet eine ganze Reihe von Kulturveranstaltungen, wie z. Bsp. Weihnachten auf der Burg, Passionsspiele und Stadtfeste statt.
BURGRUINE DĚVÍN
Auf dem Gipfel eines von Basalt durchsetzten Sandsteinhügels (435 m) befindet sich unweit vom Ort Hamr na Jezeře die Burgruine Děvín (dt. Dewin), die 1250 von der mächtigen Adelsfamilie von Markwartitz angelegt wurde. Die Burg wurde nie erobert, jedoch 1645 von den Schweden teilweise zerstört. Seitdem verfiel die Burg. Bis heute sind umfangreiche Mauerreste, Keller und der Burgbrunnen erhalten.
BURGRUINE STOHÁNEK
Auf einem einzeln stehenden Sandsteinblock (397 m) in der Nähe des Orts Hamr na Jezeře befinden sich die Reste von der Felsenburg Stohánek (dt. Struhanken, Struhanka). Die kleine Burg wurde vor 1431 errichtet und Mitte des 15. Jahrhunderts zerstört. Im Felsblock finden sich hergerichtete Räume, in denen sich einst eine Einsiedelei befand. Die Einsiedelei wird Mitte des 19. Jahrhunderts von der bekannten tschechischen Schriftstellerin Karolína Světlá in der Erzählung „Die letzte Einsiedlerin“ (Poslední poustevnice) erwähnt.
In der Umgebung von Holany befindet sich eine ganze Reihe von ehemaligen Festen und kleineren Burgen mit einer reichen historischen Vergangenheit.






